Auszeichnung für praxisorientierte ForschungsergebnisseBroschüre „Sehen und Hören mitdenken“ erhält Preis der Stiftung Leben pur
3. April 2025

Foto: Wolfgang Langer
Viele Personen mit komplexer Behinderung entwickeln mit zunehmendem Alter auch Hör- und Sehschwierigkeiten. Geringgradige Beeinträchtigungen des Hörens und/oder Sehens können erhebliche Auswirkungen auf die Lebensqualität der Menschen haben. Sie bleiben jedoch oft unbemerkt. Das Forschungsprojekt SuHB hat erforscht, wie diese Beeinträchtigungen in Wohneinrichtungen berücksichtigt werden können – die Ergebnisbroschüre wurde nun von der Stiftung Leben pur ausgezeichnet.
Im Zeitraum von September 2021 bis August 2024 wurde das Projekt „Sehen und Hören: Studie zur Identifizierung von Auffälligkeiten im Sehen und Hören sowie zur Verbesserung der Lebens- und Umweltbedingungen von erwachsenen Menschen mit sogenannter geistiger und komplexer Behinderung in Bayern (SuHB)“ erfolgreich umgesetzt. Nun hat die Broschüre den Förderpreis der Stiftung Leben pur erhalten, der besonders praxisorientierte Arbeiten mit hoher Alltagsrelevanz für Menschen mit komplexen Beeinträchtigungen würdigt. Am 13. März 2025 wurde der Forschungspreis der Stiftung Leben pur an die Projektmitarbeiterinnen Barbara Heindl, Dr. Stefanie Holzapfel, Tabea Sadowski sowie Prof. em. Dr. Annette Leonhardt (als Vertreterin der wissenschaftlichen Begleitung) feierlich auf der Tagung der Stiftung Leben pur „Wohn- und Lebensräume von Menschen mit komplexer Behinderung neu denken“ in München überreicht.
Um die Ergebnisse des Projekts den Partnerinnen und Partnern aus der Praxis bestmöglich zur Verfügung zu stellen, ist die ca. 50-seitige Broschüre „Sehen und Hören mitdenken: Anregungen zur Teilhabe von Personen mit komplexer Behinderung in Wohneinrichtungen“ entstanden. Neben relevanten Forschungsergebnissen zur Prävalenz von Hör- und Sehbeeinträchtigung bei Menschen mit komplexer Behinderung in besonderen Wohnformen beinhaltet die Broschüre vorrangig Handlungsempfehlungen, um die räumlichen Gegebenheiten gezielter auf die Bedarfe von Menschen mit komplexer Behinderung sowie Hör- und/oder Sehbeeinträchtigung abstimmen zu können.
In der Laudatio begründete Prof. Dr. Peter Martin die Auszeichnung damit, dass das Forschungsteam „nicht nur das Sehen und Hören im eigenen Projekt mitdenkt, sondern auch anregt, pragmatisch mithilft, über ein Mitdenken von Sehen und Hören Personen mit komplexer Behinderung in Wohneinrichtungen eine intensivere Teilhabe zu ermöglichen.“
Die Handreichung sowie Impulskarten mit kurzen Praxisanregungen können hier bei der Blindeninstitutsstiftung heruntergeladen werden.
Zum Projekt:
Das Forschungsprojekt „SuHB“, welches von der Blindeninstitutsstiftung Würzburg koordiniert und vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention finanziert wurde, befand sich unter wissenschaftlicher Leitung von Prof. Dr. Annette Leonhardt (Universität München, Gehörlosenpädagogik), Prof. Dr. Sven Degenhardt und Dr. Marie-Luise Schütt (Universität Hamburg, Blindenpädagogik) sowie Prof. Dr. Andrea Wanka (PH Heidelberg, Taubblindenpädagogik). Die Projektmitarbeiterinnen Barbara Heindl (Universität München), Dr. Stefanie Holzapfel (Universität Hamburg) und Tabea Sadowski (PH Heidelberg) haben maßgeblich zum Projekterfolg sowie zur Auszeichnung durch ihre Initiativbewerbung auf die Preisausschreibung im Themenschwerpunkt „Wohn- und Lebensräume von Menschen mit komplexer Behinderung“ beigetragen.
Ansprechperson an der Universität Hamburg:
Dr. Marie-Luise Schütt: marie-luise.schuett@uni-hamburg.de